Jessie (Yesterday morning von der Oelmühle), 21.08.1997 – 20.04.2007
Jessie war unser erster Irish Wolfhound und mit und durch sie haben wir vieles gelernt, was wir heute über diese Rasse wissen. Wir hatten uns für eine Hündin entschieden, weil es immer hieß, diese seien leichter zu führen und anhänglicher als Rüden. Mittlerweiler wissen wir, wie leicht Irische Wolfshunde zu erziehen sind, dass in den meisten Fällen das Erheben der Stimme schon reicht und sie im allgemeinen bemüht sind, es ihren „Mitmenschen“ recht zu machen. Und was die Anhänglichkeit betrifft, glauben wir nicht, dass man sie am Geschlecht des Hundes festmachen kann. Jessie war ruhig, ausgeglichen und sehr sensibel. Jahrelang amüsierten sich alle darüber, dass sie sich sofort auf ihren Schlafplatz zurückzog und alles, was sie gerade getan hatte, sofort unterließ, wenn man ihr drohte: „Hör auf, sonst werfe ich mit dem Taschentuch.“ Was immer sie vorhatte, ging ihr Blick stets erst zu uns, wie um Erlaubnis heischend und in dem Versuch herauszufinden, was wir für richtig hielten. Fremde Menschen oder Besucher waren ihr völlig gleichgültig, nur wir zählten für sie. Erst später, als wir mehrere Hunde hatten und sie älter wurde, wuchs auch ihr Selbstbewusstsein. Sie mauserte sich zur Chefin unseres kleinen Rudels und ging vorausschauend allen eventuellen Auseinandersetzungen mit anderen Tieren aus dem Weg. Für Hunde dieser Rasse erreichte sie ein relativ hohes Alter. Eines Morgens signalisierte sie uns nach dem morgendlichen Waldspaziergang, ohne vorher Anzeichen von Erkrankung gezeigt zu haben, dass ihre Zeit vorüber war und wir mussten noch am gleichen Tag von ihr Abschied nehmen.